Als ich mich zum Studium des Industrial Designs
an der HdK Berlin (heute UdK) bewarb, gab mir ein Professor der Aufnahmekommission angesichts meiner fortgeschrittenen Schwangerschaft den Rat, doch nicht so eine »brotlose Kunst« zu studieren, da ich doch in absehbarer Zeit ein Kind zu versorgen hätte. Zahnmedizin zu studieren, sei der bessere Weg zur Existenzsicherung.
Ich studierte nicht Zahnmedizin, aber ich arbeitete im Anschluss an das Studium auch nicht als »Industrial Designer«. Aber gerade die im Bereich der Produktgestaltung verinnerlichte Fähigkeit, in einem bestimmten Kontext und für eine bestimmte Zielgruppe zu konzipieren und zu gestalten, prädistinierte mich später für Konzeptions- und Gestaltungsaufgaben in vielen angrenzenden Bereichen.
Der »Crossover« in andere Bereiche der Gestaltung und später in den damals noch
nicht voraus zu ahnenden Bereich der »Neuen Medien« war mir eine selbstverständliche Herausforderung.
Seit 1995 arbeite ich eng mit Informatikern zusammen und verantworte den Kunden gegenüber die Gestaltung der Benutzungsschnittstellen der gemeinsam entwickelten, multimedialen Informationssysteme. Mein spezieller Focus
liegt dabei in der Abbildung der Fachsprache
der Anwender mit den Ausdrucksmitteln einer Grafischen Benutzungsoberfläche (GUI).